Große Freiheit 58, 22767 Hamburg

Das Gruenspan ist einer der bekanntesten Musikclubs in Hamburg und ein fester Bestandteil der Kulturszene der Stadt. Seit seiner Gründung im Jahr 1968 hat sich der Club zu einem internationalen Veranstaltungszentrum entwickelt, das für seine einzigartige Atmosphäre und sein vielfältiges Programm bekannt ist. Doch die Geschichte des Gebäudes an der Großen Freiheit Nr. 58 reicht viel weiter zurück und spiegelt den kulturellen Wandel des Stadtteils St. Pauli wider. Die Lage an der Großen Freiheit, mitten im Herzen des lebhaften Stadtteils, macht das Gruenspan zu einem besonderen Ort für Musikliebhaber und Nachtschwärmer.
Der Standort des heutigen Gruenspan hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Bereits 1889 wurde an dieser Stelle der erste Tanzsalon Hamburgs, der Palmengarten, eröffnet. Dieser Tanzsalon war bekannt für seine beeindruckende Architektur mit einer neun Meter hohen Gewölbedecke, die eine exzellente Akustik bot. In diesem prachtvollen Saal sorgten Streichquartette und -quintette für musikalische Unterhaltung, während die Gäste das Tanzbein schwangen.
Im Jahr 1909 erlebte der Veranstaltungsort eine Transformation in ein Hippodrom. Hier wurde eine Manege eingebaut, in der leicht bekleidete Reiterinnen zu Musikvorführungen auftraten. Diese spektakulären Darbietungen zogen ein breites Publikum an und etablierten die Große Freiheit als Ort der Unterhaltung.
Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, wurde das Gebäude in ein Lichtspielhaus umgewandelt, ein Kino mit 800 Sitzplätzen, das doppelt so viele Besucher fasste wie das heutige Gruenspan. Das Kino war über ein Jahrzehnt lang ein beliebter Anlaufpunkt für Filmliebhaber.
Ab 1930 bis in die 1960er Jahre hinein wurde das Gebäude als Badeanstalt genutzt, mit Saunen und Dampfbädern, die den Bewohnern von St. Pauli eine willkommene Erholung boten. Diese Nutzung endete 1963, und das Gebäude wurde wieder zu einem Tanzpalast und Kino umgebaut, das zuletzt als Hit-Club bekannt war.
Im Jahr 1968, einem Jahr des gesellschaftlichen Wandels und der Aufbruchsstimmung, erkannten die Hamburger Lokalbetreiber Dervis Börü und Dr. Karl Lehwald das Potenzial des heruntergekommenen Gebäudes und übernahmen es, um daraus den Musikclub Grünspan zu machen. Der Name wurde später in Gruenspan geändert.
Der Name “Grünspan” bezieht sich auf die charakteristischen grünlichen Verfärbungen von Kupferdächern, die man häufig in Hamburg sieht. Gleichzeitig ist er eine Hommage an Herschel Grynszpan, einen polnischen Widerstandskämpfer jüdischen Glaubens. Diese doppelte Bedeutung des Namens spiegelt die Verbindung des Clubs zu Hamburg und seine kulturelle Vielfalt wider.
Heute ist das Gruenspan ein international bekannter Musikclub, der sich durch seine einzigartige Atmosphäre und historische Kulisse auszeichnet. Die meterhohen Säulen und rauen Backsteinwände verleihen dem Ort einen unverwechselbaren Charme. Mit drei stilvollen Bars und einer großen Bühne bietet der Club den perfekten Rahmen für Live-Musik und Veranstaltungen aller Art.
Der Club ist bekannt für seine stimmungsvolle und authentische Atmosphäre, die Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Hier finden Konzerte, Clubnächte und Events statt, die unvergessliche Erlebnisse schaffen.
Im Laufe der Jahre haben zahlreiche bekannte MusikerInnen und Bands die Bühne des Gruenspan betreten und mit ihren Auftritten das Publikum begeistert. Der Club ist bekannt dafür, sowohl internationalen Stars als auch aufstrebenden Talenten eine Plattform zu bieten. Unter den Künstlerinnen, die im Gruenspan aufgetreten sind, finden sich Ikonen wie David Bowie, der legendäre Musiker und Künstler, der den Club während seiner Reisen nach Hamburg besuchte. Auch die amerikanische Rockband R.E.M. hat im Gruenspan einige ihrer denkwürdigen Auftritte gegeben. Die deutsche Punkrockband Die Toten Hosen trat mehrfach im Gruenspan auf und sorgte für ausgelassene Stimmung. Der “Godfather of Punk,” Iggy Pop, brachte mit seiner energiegeladenen Performance das Publikum zum Toben. Die isländische Ausnahmekünstlerin Björk verzauberte die Gäste mit ihrer einzigartigen Stimme und Performance. Ebenso sorgte die deutsche Band Element of Crime für emotionale und atmosphärische Konzerte im Gruenspan. Auch das amerikanische Duo The White Stripes, bestehend aus Jack und Meg White, rockte die Bühne des Gruenspan.

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